Warum „Made in Europe“ nicht immer fair ist

Warum „Made in Europe“ nicht immer fair ist

Nachhaltigkeit und faire Produktion sind für viele Konsumenten zentrale Kriterien beim Kauf von Kleidung und Schuhen. Das Label „Made in Europe“ wird dabei oft als Qualitätsmerkmal betrachtet, das für hohe Umwelt- und Sozialstandards steht. Doch entspricht das wirklich der Realität? Leider gibt es auch in Europa problematische Arbeitsbedingungen, insbesondere in Ländern wie Italien und Rumänien.

  1. Die Schattenseiten europäischer Produktion

Ausbeutung in der italienischen Modeindustrie

Italien ist bekannt für seine luxuriöse Mode und hochwertigen Schuhe. Doch hinter den Kulissen sieht die Realität oft anders aus: In Regionen wie Prato und Neapel gibt es zahlreiche Werkstätten, in denen Arbeiter – oft Migranten aus China oder osteuropäischen Ländern – unter schlechten Bedingungen tätig sind. Niedrige Löhne, überlange Arbeitszeiten und unsichere Arbeitsplätze gehören zur traurigen Realität. Diese versteckten Produktionsstätten arbeiten teils für bekannte Marken, wodurch das "Made in Italy"-Label nicht immer für faire Bedingungen steht.

Billiglohnproduktion in Rumänien

Rumänien ist eines der wichtigsten Produktionsländer für europäische Mode und Schuhe. Viele große Marken lassen dort produzieren, weil die Löhne im Vergleich zu Westeuropa deutlich niedriger sind. Arbeiterinnen in rumänischen Fabriken verdienen häufig nur den Mindestlohn – oft weniger als 500 Euro im Monat. Zudem berichten Gewerkschaften von fehlenden Sozialleistungen, ausbeuterischen Arbeitszeiten und schlechten Arbeitsbedingungen. Diese Probleme zeigen, dass europäische Produktion nicht automatisch fair ist.

  1. Warum „Made in Europe“ kein Gütesiegel ist

Das Problem liegt in der fehlenden Transparenz. Viele Verbraucher gehen davon aus, dass europäische Produktionsstandorte automatisch bessere Arbeitsbedingungen garantieren als asiatische oder afrikanische Länder. Doch ohne unabhängige Kontrollen und strenge gesetzliche Vorgaben bleibt "Made in Europe" eine unzuverlässige Kennzeichnung. 

  1. Verschleierte Arbeitsbedingungen

Ein weiteres Problem sind Subunternehmen und Auftragsfertigungen. Große Marken arbeiten oft mit lokalen Herstellern zusammen, die wiederum Teile der Produktion an kleinere Betriebe auslagern. Dadurch wird die Verantwortung für Arbeitsbedingungen weiter verschleiert. So kann es passieren, dass selbst namhafte Labels indirekt von unfairen Arbeitsbedingungen profitieren, ohne dass es für Verbraucher sichtbar ist.

  1. Portugal als Positivbeispiel

Doch es gibt auch positive Beispiele innerhalb Europas. Portugal hat sich in den letzten Jahren als eines der führenden Länder für faire und nachhaltige Modeproduktion etabliert. Viele Unternehmen setzen dort auf faire Löhne, hohe Umweltstandards und eine transparente Lieferkette. Auch wir produzieren unsere VLACE Sneaker in Portugal, um eine ethische und nachhaltige Herstellung zu gewährleisten.

Fazit: Bewusst einkaufen statt blind vertrauen

„Made in Europe“ kann eine nachhaltigere Alternative zu Produktionen in Asien oder Afrika sein – doch es ist kein Garant für faire Arbeitsbedingungen. Wer wirklich ethisch konsumieren möchte, sollte sich intensiver mit den Herstellern und ihren Produktionsbedingungen auseinandersetzen. Transparenz, faire Löhne und nachhaltige Materialien sind entscheidend, um wirklich verantwortungsvoll einzukaufen.

 

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