Früher hatte ich immer das Gefühl, jede Chance nutzen zu müssen. Jedes Event klang spannend, jede Kooperation konnte die eine sein, die alles verändert, und bei jeder neuen Idee dachte ich sofort: Das könnten wir auch noch machen.
Heute denke ich komplett anders.
Ich habe gemerkt, dass ein junges Unternehmen nicht daran scheitert, zu wenige Möglichkeiten zu haben, sondern oft daran, zu viele gleichzeitig umzusetzen. Irgendwann arbeitet man den ganzen Tag, ist ständig beschäftigt und hat trotzdem das Gefühl, nicht richtig voranzukommen, weil die Aufmerksamkeit auf zehn verschiedene Themen verteilt ist.
Deshalb ist „Nein“ wahrscheinlich eines der wichtigsten Wörter geworden, die ich in den letzten Jahren gelernt habe. Nicht, weil die Ideen schlecht sind oder die Projekte keinen Spaß machen würden, sondern weil ich heute viel genauer überlege, ob sie uns unserem eigentlichen Ziel wirklich näherbringen.
Das fällt mir bis heute nicht immer leicht. Gerade wenn man gründet, möchte man niemanden enttäuschen und hat oft Angst, eine große Chance zu verpassen. Rückblickend waren die größten Fortschritte bei VLACE aber fast immer die Phasen, in denen wir uns auf zwei oder drei Dinge konzentriert und alles andere bewusst liegen gelassen haben.
Ich glaube, Fokus ist keine Fähigkeit, die man von Anfang an hat. Man lernt ihn erst, wenn man merkt, wie viel Zeit und Energie man verliert, wenn man sich von jeder vermeintlichen Chance ablenken lässt.
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